Heute ging es das Tal entlang zum Gletscher. Eigentlich sollte man eine Tour buchen (250€ pP) um zum Gletscher San Raphael (Dat Andi hat bei den ganzen Heiligen aktuell den Überblick verloren) zu gelangen. Mit Frühstück, Mittach, Abendessen, Boot und Whiskey mit Gletschereis jedoch auch mit 100km Bus auf Schotter Tortour. Nix für die Reisegruppe. (Bis auf den Whisky).
Also buchten wir einen Pass für den Nationalpark und wollten dem Gletscher auf eigene Faust näher kommen.
Also sattelten wir den Tucson und eroberten die Schotterpiste.

Wie immer tolle Aussichten, wundervolle Seen und an jeder Ecke neue Eindrücke.
Nach gefühlt 1.000km Schotter, die Nase voller Staub, ereilte uns eine Brücke die uns verdeutlicht, dass es noch weitere 20km Schotter bis zum See mit der Überfahrt zum Gletscher sein würden….
Also gab es ein kleines Frühstück mit Käffchen bevor wir wieder kehrt machten. Es war schon zu fortgeschrittener Stunde und wir wollten noch etwas wandern.

Also ging es wieder zurück
Den Zutritt zum Nationalpark hatten wir gekonnt wieder verpasst und die 24.000 Pesos gingen als Spende an den Nationalpark. Unsere heutige gute Tat.
Nebenan gab es drei kleine Wanderungen mit Blick auf den Gletscher und weitere 20.000 Pesos gingen über den Tresen. Hat sich aber gelohnt, da die verwunschenen Wege ein Erlebnis waren. Für Dat Andi ging es an die Schmerzgrenze, aber dafür war man ja da.

Oben angelangt war es leider unschön. Man fühlte und erblickte den Klimawandel. Weit in der Ferne ein Gletscher! Davor Geröll und vereinzelt traurige Häuflein Gletschereis. Man erkennt noch die Spuren anderer Gletscher, aber alle weg… wie schön muss es noch vor Jahrzehnten hier gewesen sein! – Aber Moment…kein Grün an den Rändern? – Wir erfahren, dass hier noch vor 7 Jahren ein Gletscher war. Man konnte rüberlaufen… omg! Nicht Jahrzehnte… wenige Jahre und alles futsch. Erschütternd!
In Reiseführer hieß es: „letztens kostete die Tour 80€, aktuell 250€“ – und wurde klar, warum. Letztens musste man lediglich 60km fahren um den Gletscher zu erleben, heute ist es eine Tagestour. Wir waren ernüchtert.
Wir gingen noch einen weiteren Weg und blicken auf einen anderen Blickwinkel auf den Gletscher. – das Gefühl blieb. Aber der Weg war superschön ( und supersteil).

Auf dem Rückweg blicken wir mit anderen Augen auf die abgestorbenen Bäume, welche auf der Hinfahrt ein skurriles Bild abgaben. Aufgrund der enormen Gletscherschmelze sind die Ants einfach in den sich neu gebildeten Seen ertrunken.
Da betrachtet man wunderbare, skurrile und wunderschöne Landschaften und ist erfüllt von Bewunderung, ständigen WOW Effekten und der Grund hierfür ist eigentlich traurig.

Und dann wird man von einem atemraubend schönen Wasserfall wieder beeindruckt. – confusing –
Als Highlight wurden wir von Thomas, einem vor 25 Jahren ausgewanderten Münchner noch an der Straße abgefangen, von seiner Gattin zu Kuchen und Filterkaffee verführt, welchen wir in einem zugemüllten Wohnraum in Hausschuhen kredenzt bekamen. Die Rechnung heben wir mal auf. Auf der Rückseite einer Teeverpackung wurden die konsumierten Waren handschriftlich dokumentiert.
Solch einen Tag muss man bei etwas Vino Tinto und unglaublich lehrreichen Gesprächen mit unserem weißen, afrikanischen Camper Nachbarn erst einmal verarbeiten. Und das war großartig.
What a day!
Buenos noches!



















